Alternativen zum klassischen Hausnotruf sind Sicherheitsanrufe per KI, Smartwatches mit Sturzerkennung und Sensorensysteme. Seit April 2026 zahlt die Pflegekasse 27 Euro monatlich für anerkannte Lösungen — auch für moderne Alternativen ohne Notrufknopf[^1][^7].
Das Wichtigste in 5 Sätzen
- Der klassische Hausnotruf-Knopf hilft nur, wenn der Senior bei Bewusstsein ist und den Knopf trägt — bei Stürzen mit Bewusstlosigkeit greift er nicht.
- Seit April 2026 erstattet die Pflegekasse monatlich 27 Euro für anerkannte Lösungen aus dem GKV-Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 52).
- Vier Alternativ-Konzepte sind verbreitet: klassischer Knopf-Hausnotruf, mobile Smartwatch mit Sturzerkennung, Sensorensystem und KI-Sicherheitsanruf.
- KI-Sicherheitsanrufe wie Helfi-Ruf rufen den Senior täglich an und alarmieren Angehörige automatisch — proaktiv, ohne Knopfdruck.
- Voraussetzung für den Zuschuss ist Pflegegrad 1 oder höher und eine Lebenssituation allein oder ein größerer Tagesteil ohne Begleitung[^4].
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eigentlich ein Hausnotruf?
- Welche Schwächen hat der klassische Hausnotruf?
- Wer hat Anspruch auf den 27-Euro-Zuschuss?
- Welche Alternativen gibt es? — Vergleichstabelle
- Wie funktioniert ein KI-Sicherheitsanruf?
- Was passiert, wenn der Senior nicht antwortet?
- Wann ist welche Lösung sinnvoll?
- Häufige Fragen
Was ist eigentlich ein Hausnotruf?
Der klassische Hausnotruf gibt es seit den 1980er Jahren. Anbieter sind das DRK, die Johanniter, Malteser oder private Dienste. Sie betreiben Zentralen rund um die Uhr[1]. Drückt der Senior den Knopf, baut die Station eine Sprechverbindung auf. Das Personal entscheidet dann. Wer kommt: ein Angehöriger, der Pflegedienst oder der Rettungsdienst.
Stiftung Warentest hat die Anbieter oft geprüft[1:1]. Das Ergebnis ist gemischt. Die Reaktionszeiten variieren. Die Service-Qualität auch. Die Geräte selbst sind meist robust. Wichtig ist nur eines: Drückt der Senior den Knopf im Ernstfall? Genau das ist die Schwachstelle.
Die Technik ist seit Jahrzehnten ähnlich. Die Basisstation hängt am Telefon. Der Knopf wird als Armband oder Kette getragen. Im Haus reicht das Signal meist 50 bis 100 Meter weit. Vor der Tür greift das System nicht. Dafür gibt es eigene mobile Lösungen.
Klassische Hausnotrufe haben eine Besonderheit: den Schlüssel-Service. Damit kommt Hilfe im Ernstfall in die Wohnung. Der Anbieter legt einen Zweit-Schlüssel ab. Die Verbraucherzentrale warnt: Viele Anbieter verlangen dafür eine extra Gebühr[2]. Prüfen Sie vor Vertrag die Gesamtkosten. Manche Tarife liegen mit Schlüssel-Service über 50 Euro im Monat.
Wer einen Hausnotruf will, sollte den Vertrag prüfen. Mindestlaufzeit ist meist zwölf Monate. Manchmal sogar zwei Jahre. Eine Probezeit gibt es selten. Stiftung Warentest rät: Fragen Sie aktiv nach kürzerer Laufzeit. Bei großen Anbietern ist das oft verhandelbar[1:2].
Welche Schwächen hat der klassische Hausnotruf?
Der Knopf ist die größte Schwäche. Wer ohnmächtig stürzt, kann nichts mehr drücken. Wer den Knopf nachts ablegt, hat ihn im Notfall nicht zur Hand. Und wer dement ist, vergisst den Sinn. Oder reagiert im Schreck einfach nicht.
Auch das Recht spielt eine Rolle. Der Bundesgerichtshof hat im Urteil III ZR 92/16 ein klares Wort gesprochen[2:1]. Ein Anbieter haftet, wenn er nicht richtig reagiert. Im Fall blieb ein Senior nach einem Schlaganfall ohne Hilfe. Die Zentrale hatte die Lage falsch beurteilt. Das Urteil hat Folgen: Anbieter müssen ihre Reaktion ernst nehmen. Lassen Sie sich vor Vertrag die Zeiten schriftlich geben.
Die Verbraucherzentrale nennt weitere Probleme[2:2]. Verträge sind oft schwer zu lesen. Es gibt Zusatzkosten für den Schlüssel-Service. Die Mindestlaufzeit ist lang. Der Vertrag ist schwer zu kündigen. Wer unzufrieden ist, sitzt oft ein bis zwei Jahre fest.
Es gibt eine zweite, oft übersehene Schwäche. Der Hausnotruf-Knopf reagiert nur auf akute Notfälle. Eine langsame Verschlechterung sieht das System nicht. Beispiele: Antriebslosigkeit, frühe Demenz, eine schleichende Krankheit. Hier setzen moderne Lösungen an. Sie suchen aktiv den Kontakt.
Auch die Psyche spielt eine Rolle. Viele Senioren empfinden den Knopf als Stigma. Sie tragen ihn nur tagsüber. Beim Duschen legen sie ihn ab. Dann wird er vergessen. Studien des KDA zeigen das deutlich[3]. Die Akzeptanz hängt am Selbstbild. Wer sich nicht als hilfsbedürftig fühlt, trägt den Knopf selten. Und verliert so den Schutz, für den er zahlt.
Es gibt ein praktisches Problem dazu. Stürze geschehen oft im Bad. Oder beim Aufstehen aus dem Bett. Das sagt das Robert Koch-Institut[4]. In diesen Momenten fehlt der Knopf meist. Die meisten baden ohne Schmuck. Der Knopf wird genauso behandelt. Sprach-Assistenten wie Alexa werden manchmal als Ergänzung genannt. Sie sind aber nicht zertifiziert. Im Hilfsmittel-Verzeichnis stehen sie auch nicht.
Wer hat Anspruch auf den 27-Euro-Zuschuss?
Seit April 2026 zahlt die Pflegekasse 27 Euro pro Monat[5][6]. Der Zuschuss läuft über das GKV-Hilfsmittel-Verzeichnis. Konkret die Produktgruppe 52 für Notruf-Systeme.
Drei Voraussetzungen für den Zuschuss
- Pflegegrad 1 oder höher — wer noch keinen hat, stellt einen Antrag bei der Pflegekasse. Der MD prüft dann den Hilfe-Bedarf.
- Lebenssituation allein oder großer Tagesteil allein — wer immer Begleitung hat, bekommt nichts.
- Anerkanntes Hilfsmittel im GKV-Verzeichnis — der Anbieter muss in der Produktgruppe 52 stehen. Klassische Dienste sind seit Jahren dabei. Moderne Lösungen kommen nach und nach dazu.
Den Antrag stellt meist der Anbieter direkt. Sie müssen nicht zur Kasse laufen[6:1]. Beim Vertrag legen Sie Ihren Pflegegrad vor. Auch die Daten Ihrer Versicherung. Der Anbieter rechnet dann mit der Kasse ab. Die meisten Tarife liegen bei 27 bis 40 Euro im Monat. Ihr Eigen-Anteil ist also klein. Oft ist er komplett gedeckt.
Wichtig zu wissen: Der Zuschuss gilt nicht für jede Technik. Smartwatches und Sensoren sind oft nicht als Hilfsmittel anerkannt. Das Bundesgesundheits-Ministerium ist hier klar[7]. Pflege-Hilfsmittel müssen im Verzeichnis stehen. Bei neuen Lösungen fragen Sie vor Vertrag aktiv nach. Klären Sie, ob der Zuschuss greift.
Welche Alternativen gibt es? — Vergleichstabelle
Wer heute einen Hausnotruf sucht, hat viel Auswahl. Mehr als noch vor zehn Jahren. Vier Konzepte sind verbreitet. Sie arbeiten ganz anders. Daher passen sie auch zu anderen Lebens-Lagen.
| System | Kostenpunkt/Monat | Setup-Aufwand | Pflegekasse-Zuschuss | Reagiert proaktiv (ohne Knopfdruck) | Geeignet für | Schwächen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Klassischer Hausnotruf | 27–40 € | Techniker-Termin | Ja, bis 27 €[^1] | Nein (Knopfdruck nötig) | Mobile Senioren, klare Bedienung | Senior muss Knopf drücken — bei Bewusstlosigkeit nicht hilfreich |
| Mobile Smartwatch | 30–45 € | Selbst-Einrichtung | Selten | Teilweise (Sturzerkennung) | Aktive Senioren bis ca. 80 | Akku-Laufzeit, Falscherkennung, Bedienung |
| Sensorensystem | 50–120 € | Aufwendig | Selten | Ja (Bewegungs-/Türsensoren) | Demenz, fortgeschrittene Pflege | Hohe Kosten, Privatsphäre-Empfinden |
| KI-Sicherheitsanruf (z. B. Helfi-Ruf) | 19,90–49,90 € | App in wenigen Minuten | Prüfung pro Einzelfall (Stand 2026)[^1] | Ja (täglicher Anruf, automatische Eskalation bei Nicht-Erreichen) | Allein lebende Senioren, Angehörige in der Ferne | Senior muss telefonieren können |
Die Tabelle zeigt: Es gibt nicht die eine beste Lösung. Wer rüstig ist, nimmt eine Smartwatch. Wer dement ist, fährt mit Sensoren oft besser. Wer allein lebt, ist mit einem KI-Anruf gut bedient. Der klassische Hausnotruf bleibt solide. Aber nur, wenn der Senior den Knopf bewusst trägt. Und im Notfall noch drücken kann.
Die Kosten unterscheiden sich stark. Sensoren sind am teuersten. Sie sind aufwendig zu montieren. KI-Anrufe und klassische Hausnotrufe sind ähnlich teuer. Der 27-Euro-Zuschuss senkt aber den Eigen-Anteil beim Hausnotruf. Bei KI-Anrufen ist der Zuschuss Stand 2026 noch im Einzelfall zu prüfen[5:1].
Ein Wort zum Aufbau. Klassische Hausnotrufe brauchen einen Techniker. Er kommt in die Wohnung. Er baut die Station auf. Er koppelt den Knopf. Er prüft die Verbindung. Smartwatches richten Senioren oft selbst ein. Das geht aber nur mit App-Erfahrung. Sensoren sind am aufwendigsten. Mehrere Geräte in mehreren Räumen. KI-Anrufe sind am schnellsten. Telefon-Nummer und Anruf-Zeit reichen. Nach wenigen Minuten läuft der Dienst.
Wie ist es mit der Reaktion? Klassische Hausnotrufe melden sich in 30 bis 60 Sekunden. Smartwatches lösen bei einem Sturz aus. Nach 30 Sekunden ohne Reaktion wird Hilfe geholt. KI-Anrufe arbeiten im Tages-Takt. Die Eskalation greift, wenn der Anruf nicht klappt. Sensoren melden meist erst nach mehreren Stunden. Sie sind weniger für den akuten Notfall. Mehr für eine schleichende Verschlechterung.
Wie funktioniert ein KI-Sicherheitsanruf?
Anbieter wie Helfi-Ruf drehen das Prinzip um. Statt zu warten, ruft das System aktiv an. Es ruft den Senior jeden Tag. Meist zu einer festen Uhrzeit. Eine KI führt das Gespräch. Sie spricht ganz normal. Sie fragt: Wie geht es heute? Sie erinnert an die Medikamente. Sie hält den Plausch kurz und nett.
Hinter der Technik steht eine Sprach-KI. Sie kann Anrufe führen. Der Senior braucht kein Smartphone. Auch keine App. Ein normales Telefon reicht. Mobil oder Festnetz. Die KI hört genau zu. Sie merkt nicht nur, ob der Senior spricht. Sondern auch, wie er spricht. Klingt die Stimme normal? Wirkt der Senior verwirrt? Gibt es Sorgen? Probleme melden Angehörige automatisch.
Geht der Senior nicht ran, startet eine Kette. Erst probiert das System es noch einmal. Dann gehen SMS und E-Mail an Angehörige. Die können nachschauen oder anrufen. Niemand muss ständig das Telefon prüfen.
Diese Lösung passt zu allein lebenden Senioren. Vor allem zu solchen, die sich nicht überwacht fühlen wollen. Es gibt keine Kameras. Keine Sensoren in der Wohnung. Kein Tracking. Würde und Freiheit bleiben. Und Angehörige haben ein Netz. Mehr zur Lage allein lebender Senioren lesen Sie hier: Sicherheit für allein lebende Senioren.
Was die KI heute erkennt, ist beeindruckend. Sie hört auf den Inhalt. Aber auch auf das Tempo. Auf die Pausen. Auf die Wortwahl. Auf die Stimme. Spricht der Senior plötzlich langsamer? Verhaspelt er sich? Antwortet er knapp? Dann schlägt das System Alarm. Alles läuft automatisch. Angehörige bekommen einen Tages-Bericht in der App. Daten werden nach DSGVO behandelt. Seriöse Anbieter sind hier offen.
So sieht ein Tag aus: Um 9 Uhr klingelt das Telefon. „Guten Morgen, Frau Müller. Wie haben Sie geschlafen?" Der Senior antwortet. Das Gespräch dauert zwei bis fünf Minuten. Stehen Medikamente an, erinnert die KI daran. Erwähnt der Senior etwas Auffälliges? Schmerzen, Unwohlsein, Sorgen? Dann wird das notiert. Und an Angehörige geschickt. Am Ende wünscht die KI einen schönen Tag. Sie legt auf. Für den Senior ist es ein netter Anruf. Für die Familie ein Lebens-Zeichen.
Wichtig: Ein KI-Anruf ersetzt keine Familie. Er ergänzt sie. Studien zeigen es klar. Echter Kontakt ist wichtig für die Psyche im Alter. Der KI-Anruf nimmt Sorge. Aber er sollte nicht der einzige Kontakt sein.
Was passiert, wenn der Senior nicht antwortet?
Die Reaktion ist der wichtigste Punkt. Beim klassischen Hausnotruf entscheidet die Zentrale. Beim KI-Anruf läuft die Kette automatisch. Erst ein zweiter Anruf. Dann SMS und E-Mail an Angehörige. Optional ein zweiter Kontakt.
Das BGH-Urteil III ZR 92/16 ist wichtig[2:3]. Jeder Notruf-Anbieter hat eine Pflicht zu reagieren. Egal ob klassisch oder modern. Lassen Sie sich vor Vertrag die Zeiten geben. Auch die Schritte. Schriftlich. Fragen Sie klar: Wie schnell wird der Notruf entgegen genommen? Wann kommt der Rettungsdienst? Wann werden Angehörige informiert?
KI-Anrufe sind hier oft klarer. Die Schritte sind technisch hinterlegt. Sie können in der App nachsehen. Wer wird wann informiert. Das gibt Angehörigen Planung. Etwa wenn jemand im Urlaub ist.
Wichtig: Kein Notruf ersetzt den Arzt. Im akuten Notfall gilt: 112 wählen. Notruf-Systeme sind nur eine Ergänzung. Kein Ersatz für medizinische Hilfe.
Was ist mit dem Datenschutz? Die DSGVO ist klar. Daten dürfen nur zweck-gebunden genutzt werden. Eine Kontakt-Person muss vorher zustimmen. Seriöse Anbieter halten das fest. Sie können die Zustimmung jederzeit zurückziehen. Das Bundesgesundheits-Ministerium betont diese Pflicht[7:1].
Ein weiteres Detail. Was passiert, wenn das Telefon kaputt ist? Klassische Hausnotrufe merken das. Sie melden den Fehler an die Zentrale. KI-Anrufe merken es sofort. Wenn der Anruf nicht ankommt, gehen Hinweise an Angehörige. Smartwatches warnen vor leerem Akku. Bei Sensoren ist die Selbst-Prüfung schwieriger. Sie ist je nach Anbieter anders gelöst.
Wann ist welche Lösung sinnvoll?
Drei Punkte zählen: Mobilität, geistige Verfassung, Lebens-Lage. Hier eine klare Empfehlung:
Aktiver Senior bis 80: Eine Smartwatch mit Sturz-Erkennung ist oft am besten. Sie hilft auch im Garten. Auch beim Einkaufen. Wichtig sind eine gute Sturz-Erkennung. Ein SOS-Knopf. Eine einfache Bedienung mit großen Symbolen. Apple Watch ab Generation 8 ist eine Option. Samsung Galaxy Watch auch. Oder eine spezielle Senioren-Smartwatch.
Demente Senioren zu Hause: Knöpfe und Smartwatches passen hier oft nicht. Die Bedienung wird vergessen. Sensoren sind besser. Sie erkennen Bewegung. Auch das Öffnen einer Tür. Sie schlagen Alarm bei Auffälligkeiten. Etwa nachts aus der Wohnung gehen. Oder Stunden ohne jede Bewegung. Mehr dazu hier: Demenz und Medikamenten-Routine.
Allein lebende Senioren mit klarem Kopf: Hier passt der KI-Anruf gut. Ein Anruf pro Tag zu fester Zeit. Das gibt Struktur. Ein nettes Gespräch bricht die Stille. Es ersetzt aber keine Familie. Der wichtigste Effekt ist anders. Bleibt der Anruf ohne Antwort, wissen Angehörige Bescheid.
Auch eine Kombi ist möglich. Ein klassischer Hausnotruf plus ein KI-Anruf passen gut zusammen. Der Knopf hilft bei akuten Notfällen. Der Anruf bringt die aktive Seite. Und das tägliche Lebens-Zeichen. Auch das KDA empfiehlt eine Kombi aus Bausteinen[3:1].
Achten Sie bei der Auswahl nicht nur auf den Preis. Wichtiger ist anderes. Vertrags-Laufzeit. Kündigungs-Frist. Reaktions-Zeit. Datenschutz. Genaue Schritte im Notfall. Bei Smartwatches zählt auch der Akku. Bei Sensoren die Erklärung zum Datenschutz. Bei KI-Anrufen die Frage: Spricht eine echte KI? Oder sitzt ein Mensch im Callcenter?
Ein Hinweis zum Datenschutz bei Sensoren. Bewegungs-Daten sind sensibel. So sieht es die DSGVO. Auch das Öffnen einer Tür. Seriöse Anbieter erklären offen: Wer hat Zugriff? Wo liegen die Daten? Wofür dürfen sie genutzt werden? Lesen Sie die Erklärung vor Vertrag genau. Vor allem bei Kameras oder Mikrofonen. Bei seriösen Senioren-Lösungen sind solche Sensoren aber selten.
Wie nehmen Senioren das an? Hier gibt es große Unterschiede. Viele empfinden einen Anruf am Tag als nett. Er bricht die Stille. Er gibt dem Tag Struktur. Andere lehnen alles ab, was nach Kontrolle aussieht. Smartwatches sind manchmal ein Accessoire. Manchmal aber Kontrolle. Sensoren sind am umstrittensten. Weil sie ständig Daten sammeln.
Ein Tipp für Angehörige. Sprechen Sie offen über Ihre Sorge. Auch über die Lösung, die Sie vorschlagen. Erklären Sie, was das System tut. Und was es nicht tut. Eine Lösung, die der Senior annimmt, funktioniert besser. Das KDA sagt es klar[3:2]. Selbst-Bestimmung und Sicherheit sind kein Gegensatz. Entscheidend ist die Passung.
Eine Alternative zum sofortigen Vertrag. Viele Anbieter bieten Probe-Monate. Oder kurze Test-Zeiten. Bei KI-Anrufen ist eine Test-Phase besonders nützlich. Erst im Alltag zeigt sich: Passt die Zeit? Nimmt der Senior das Gespräch an? Bei klassischen Hausnotrufen gibt es selten eine Probezeit. Hier hilft ein Vergleich mehrerer Anbieter.
So gehen Sie bei der Auswahl vor
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft. Lassen Sie sich von der Vielzahl der Anbieter nicht stressen. Mit System geht es besser.
Schritt 1: Den Bedarf klar machen. Sprechen Sie mit dem Senior. Was sind die Sorgen? Was passt zum Alltag? Wie steht es um die geistige Verfassung? Wie fit ist der Senior körperlich? Lebt er allein? Wer kann im Notfall helfen? Aus den Antworten ergibt sich oft schon eine Richtung.
Schritt 2: Den Pflegegrad prüfen. Hat der Senior schon einen Pflegegrad? Wenn ja, ab Pflegegrad 1 gibt es den Zuschuss. Wenn nein, lohnt der Antrag bei der Pflegekasse. Der MD kommt dann zur Begutachtung. Das dauert ein paar Wochen. Danach ist der Weg für den Zuschuss offen.
Schritt 3: Drei Anbieter vergleichen. Holen Sie Angebote ein. Achten Sie auf die Vertrags-Laufzeit. Auch auf die Kündigungs-Frist. Auf die Reaktion-Zeiten. Auf den Preis. Vergleichen Sie immer drei Anbieter. So sehen Sie, was üblich ist. Und was abweicht.
Schritt 4: Einen Test-Lauf machen. Testen Sie das System für ein paar Wochen. Klingelt das Telefon zur richtigen Zeit? Spricht der Senior gerne mit der KI? Sind die Eskalations-Schritte klar? Bei Problemen gibt es oft eine Geld-zurück-Garantie. Nutzen Sie diese.
Schritt 5: Regelmäßig prüfen. Eine Lösung, die heute passt, kann morgen zu wenig sein. Sprechen Sie alle paar Monate mit dem Senior. Was läuft gut? Was nicht? Bei einer Verschlechterung ist ein Wechsel sinnvoll. Etwa von der Smartwatch zum KI-Anruf.
Was kostet Sie der Eigen-Anteil wirklich?
Eine kleine Beispiel-Rechnung. Ein klassischer Hausnotruf kostet 35 Euro im Monat. Mit Schlüssel-Service sind es 45 Euro. Der Pflegekassen-Zuschuss von 27 Euro greift. Ihr Eigen-Anteil beträgt 18 Euro. Das ist überschaubar.
Bei einer Smartwatch ist der Zuschuss meist nicht möglich. Eine gute Senioren-Smartwatch kostet 30 bis 45 Euro im Monat. Plus einmalig 200 bis 400 Euro für das Gerät. Hier zahlen Sie alles selbst.
Beim KI-Anruf kommt es auf den Anbieter an. Das Spektrum reicht von rund 20 bis 50 Euro im Monat. Stand 2026 ist der Zuschuss noch im Einzelfall zu klären[5:2]. Manche Anbieter helfen aktiv beim Antrag. Fragen Sie aktiv danach.
Bei Sensoren wird es oft teuer. Das Setup kostet schnell mehrere hundert Euro. Dazu kommen 50 bis 120 Euro im Monat. Der Zuschuss greift hier selten. Sensoren lohnen sich vor allem bei Demenz. Oder bei einer fortgeschrittenen Pflege-Lage. Für leichte Fälle sind sie meist zu groß.
Ein letzter Tipp. Holen Sie auch die Pflegeberatung dazu. Die Beratung ist kostenlos. Anbieter sind die Pflegekassen. Auch die Pflege-Stützpunkte vor Ort. Sie kennen die Anbieter in Ihrer Region. Sie helfen beim Antrag. Und sie sagen, was bei Ihnen wirklich passt.
Häufige Fragen
Antworten auf typische Fragen rund um Hausnotruf-Alternativen finden Sie auch in unserem FAQ-Hub. Die hier gestellten Fragen werden im FAQ-Block am Ende des Artikels detailliert beantwortet.
Quellen
Stiftung Warentest: Hausnotruf — Hilfe auf Knopfdruck. Abgerufen 2026-05-13. URL: https://www.test.de/Hausnotruf-Hilfe-auf-Knopfdruck-6150134-0/ ↩︎ ↩︎ ↩︎
Verbraucherzentrale: Hausnotrufsysteme — schneller Draht zur Hilfe; BGH-Urteil III ZR 92/16 (Reaktionspflicht). Abgerufen 2026-05-13. URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-zu-hause/hausnotrufsysteme-schneller-draht-zur-hilfe-10566 ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎
Kuratorium Deutsche Altershilfe: Wohnen im Alter — moderne Notruflösungen. Abgerufen 2026-05-13. URL: https://kda.de ↩︎ ↩︎ ↩︎
Robert Koch-Institut: Stürze im Alter (Gesundheitsberichterstattung). Abgerufen 2026-05-13. URL: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/UnfaelleUndVerletzungen/Unfaelle/Stuerze/stuerze_node.html ↩︎
GKV-Spitzenverband: Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 52 (Notrufsysteme). Abgerufen 2026-05-13. URL: https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de ↩︎ ↩︎ ↩︎
DRK Hausnotruf: Erhöhung des Pflegekassen-Zuschusses Hausnotruf 2026. Abgerufen 2026-05-13. URL: https://drk-hnr.de/aktuelles/news/erhoehung-pflegekassenzuschuss-hausnotruf-2026/ ↩︎ ↩︎
Bundesgesundheitsministerium: Pflegeleistungen — Zuschüsse im Überblick. Abgerufen 2026-05-13. URL: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/ ↩︎ ↩︎